Schützenverein Messenkamp von 1924 e.V.


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Chronik von 1999

Unser Verein

Vorwort



Die hier vorliegende Chronik des Schützenvereins Messenkamp von 1924 e.V.
wurde aus Anlaß des 75 jährigen Vereinsjubiläums verfaßt.

Die 1974 anläßlich des 50-jährigen Bestehens von Erich Thomalla
zusammengestellte Chronik und die Protokollbücher dienten hierfür als Grundlage.

Wesen dieser Chronik ist die Vereinsentwicklung, auf nicht so wichtige Details
wurde deshalb verzichtet.

Das 75 jährigen Bestehen unseres Vereines feierten wir im Rahmen eines
Dorfgemeinschafts- und Schützenfestes am 04. und 05. September 1999.

Wir wünschen uns, dass die Leser dieser Chronik einen Einblick in unseren Verein
bekommen und würden uns freuen, wenn Sie Ihnen gefällt.

Mit der Zusammenstellung der geselligen Stunden unserer Gemeinschaft wollen wir
auch um diejenigen werben, die noch nicht Mitglied im Schützenverein sind.



Chronik (1999)

des Schützenvereins Messenkamp von 1924


Unser Schützenverein feiert in diesen Tagen ein seltenes und ehrwürdiges Jubiläum. Vor 75 Jahren wurde er aus der Taufe gehoben und auf Grundlage der Pflege der Kameradschaft und des Schießsports errichtet. Diese Ideale haben wir bis heute bewahrt und erhalten.
In mancherlei Zahlen, insbesondere aber in unseren beiden Protokollbüchern spiegelt sich das Vereinsleben seit Gründung mannigfaltig wieder.
Am 29. Juli 1924 fand im Gasthaus "Zur Linde" in Messenkamp die Gründungsversammlung statt. Am Gründungstage wurde die Satzung erarbeitet und beschlossen. Zum 1. Vorsitzenden wählte man Wilhelm Riebe, zum Kassenwart Friedrich Meyer Nr. 12. Dem Verein standen zwei Karabiner mit 2.000 Schuß Munition zur Verfügung.
Im ersten Jahr wurde zunächst von der alten Kegelbahn aus in Richtung Altenhäger Bach geschossen. Dann wurde der Schießsport auf dem Schießstand Blumenhagen, den die ehemaligen Bückeburger Jäger erbaut hatten, unter der Leitung von Förster Koch betrieben.

Zwei Jahre später stellte der Vorsitzende Wilhelm Riebe das Gelände für den Schießsport unentgeltlich zur Verfügung. Dieses ist heute noch ein idyllisches Fleckchen Erde, gelegen am "Sünneckenbusch" im landschaftlich schönen Walterbachstal. Jahr für Jahr wurde in freiwilliger Eigenleistung der Schießstand ausgebaut und verbessert. Zum Schutz gegen Witterungsunbilden errichtete man eine Baracke, in der unser damaliger Vereinswirt Friedrich Sander Getränke ausschenkte und auch andere diverse Leckerbissen anzubieten hatte.
Alle 14 Tage am Sonntagvormittag zog man mit Roß und Wagen, beladen mit Gerät und Getränk, hinaus gen Sünneckenbusch zum Übungsschießen. Neugierige und erholungssuchende Dorfbewohner in nicht geringer Zahl gesellten sich den Schützen hinzu.
Gar mancher heiße Sommersonntag ließ schier unerschöpflich "das kühle Blonde" aus dem "Schaumburger Faß" fließen; denn der Weg zurück war weit.
Geschossen wurde über den sagenumwobenen Hexenteich auf 100 m mit einer Wehrmannsbüchse und einem Karabiner.
Schon 1925 wurde mit Friedrich Meyer Nr. 16 (Kaukemeyer) der erste Schützenkönig ausgeschossen. Als äußeres Zeichen der Würde bekam dieser eine Königskette umgelegt, die der Verein angeschafft hatte.
Hierzu hat jedes Mitglied ein besonderes Geldstück aus dem 19. Jahrhundert spendiert. Seitdem war es Tradition geworden, daß der scheidende Schützenkönig seinen Namen und sein Berufszeichen eingravieren und an die Kette heften ließ. Wegen des zuhnehmend hohen Gewichts der Kette, werden die Schützenkönige ab 1976 auf einer Ehrentafel, welche im Vereinsheim aufgehängt ist, aufgeführt. Die Königskette wir nennen Sie auch Traditionskette ist heute zum kostbarsten Vereinsbesitz geworden. Ihr Wert wird auf weit über 10.000 Mark geschätzt. Aus diesen Grund wird Sie vom amtierenden König auch nur zu besonderen Anlässen wie z.B. Schützenfesten getragen.
Der Verein kaufte 1935 die Schützenfahne. Sie kostete damals 327 Reichsmark. Anläßlich des Schützenfestes am 2. und 3. Juni 1935 wurde Sie feierlich geweiht. 1936 wurde der K.K.-Stand im Garten unseres damaligen Vereinswirtes Friedrich Sander erbaut. Bis zum Jahre 1944 wurde auf diesem Stand der Schießsport betrieben.
Ein Verbot der Militärregierung setzte ihm wenig später ein vorläufiges Ende.
Im Jahr 1953 gibt Gerhard Lohmann die Anregung, den 1924 gegründeten Schützenverein wieder aufleben zu lassen. Am 7. März 1953 findet die erste Versammlung im ehemaligen Vereinslokal Sander statt. 15 Schützen sind erschienen.

Sie wählen den nachstehenden Vorstand:
1. Vorsitzender: Gerhard Lohmann
2. Vorsitzender: Wilhelm Weiland
Schriftführer: Wilhelm Bentroth jun.
Kassierer: Willi Körning
Schießwart: Wilhelm Riebe sen.
Luftgewehr: Rudolf Dehne


Bereits am nächsten Tag kann der neue ,,alte" Verein 25 Mitglieder zählen. Einige Wochen darauf läuft auch schon der Schießsport an. Geschossen wird zunächst mit Luftgewehr auf dem alten Saal des Vereinswirtes Friedrich Sander. Der Verein tritt dem Schützenverband Niedersachsen und dem Schützenbund bei. Material wird vom Kreisverband angefordert, um sich sogleich an den Vereins- und Kreismeisterschaften beteiligen zu können.
Schon am 23. August 1953 wurde der erste Nachkriegsschützenkönig ausgeschossen und proklamiert. 1954 konnte in Eigenleistung nach langer, zäher Feierabendarbeit der alte K.K.-Stand auf dem Gelände des Vereinswirtes hergestellt und angeschossen werden.
Auf der Generalversammlung im Jahre 1956 beschloß der Verein, daß Anschaffen einer einheitlichen Uniform.
Man einigte sich auf einen grauen Schützenrock mit grünen Aufschlägen und grünen Schulterklappen, welche 25 mm breit und längs gerippt sind.
1957 setzt Karl-Heinz Anderten den "Anderten-Orden" aus. Dieser wird an jeden Schützen verliehen, der erstmalig 140 Ring bei 15 Schuß "freihand" mit dem Luftgewehr erreicht. Im Jahre 1958 stiftet Karl Lensch den "Lensch-Orden" für alle Schützen, die erstmalig 141 Ring unter den gleichen Bedingungen erzielen.
Besonderen Auftrieb bekam der Schießsport in unserem Verein in den 6Oer und zu Beginn der 70er Jahre durch unsere Jugend. Die Junioren und Jugendschützen erzielten unter der ausgezeichneten Leitung ihres damaligen Jugendwartes Helmut Bentroth in den Vereinsmeisterschaften, in den Rundenwettkämpfen, beim Pokalschießen und den Kreismeisterschaften beachtliche Erfolg.
Gute Placierungen, Siege und Pokale brachten dem Verein neuen Mut, frischen Wind und großen Auftrieb.
Der Schießstand hatte zur Zeit seiner Erstellung dem Verein vollauf genügt. Aber wegen der behelfsmäßigen Ausübung des Schießsports wurde im Laufe der Jahre der Drang nach einer neuen, modernen Anlage immer größer.
Schließlich wurde 1972 am gleichen Ort ein neuer, moderner K.K.-Stand unter Berücksichtigung aller erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen errichtet. Eine elektrische K.K.-Scheibenzuganlage wurde installiert, so daß nun bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit geschossen werden kann. Ein schmuckes Gartenhäuschen, 1974 drangestellt, gibt den Schützenbrüdern die Möglichkeit, die Zeit am Stand bequem und gesellig zu überbrücken.
Die heutige Vereinswirtin, Ilse Möbert baute 1973 einen Saal, den Sie dem Verein auch für das Luftgewehrschießen zur Verfügung stellte. Darin betreibt der Schützenverein zur Zeit 4 Luftgewehrstände.
Die größte Herausforderung hatte der Verein mit der Ausrichtung des Kreisschützenfestes im Jahre 1974 zu meistern. Dies wurde aus Anlaß des 50- jährigen Bestehens des Vereines ausgerichtet. Den Zuschlag für die Ausrichtung bekam Messenkamp obwohl 3 weitere Vereine sich beworben hatten.
Das etwas mißgestimmte Verhältnis zwischen Lauenau, welche ebenfalls das Fest ausrichten wollten und unserem Verein wurde durch das ab 1974 durchgeführte Vergleichsschießen deutlich verbessert. Dieses Vergleichsschießen wird auch heute noch zweimal jährlich durchgeführt. Durch den engen Kontakt entwickelte sich eine Freundschaft und so sind jeweils auf Festen des Nachbarvereines viele Schützen anwesend.
Durch die Kreis- und Gebietsreform in Niedersachsen wurde Messenkamp Anfang der 70 er dem Landkreis Schaumburg zugeordnet. Der bisherige Kreis Springe wurde aufgelöst.
Im Jahre 1975 entschied sich unser Verein aber für den Verbleib im Kreisverband Deister-Süntel-Calenberg, welcher das Gebiet des Altkreises Springe umfaßt. Hierdurch sollten die Verbindungen zu den bekannten Vereinen weiter gepflegt werden können.
Im Jahre 1976 erfolgte die Eintragung unseres Vereines in das Vereinsregister. Im gleichem Jahr verstarb für alle unerwartet und viel zu früh der Vorsitzende Gerhard Lohmann.
Er hat maßgeblich an der Wiedergründung sowie dem Aufleben des Schützenvereines beigetragen und stand dem Verein 24 Jahre als 1. Vorsitzender vor.
Zu seinem Nachfolger wurde 1977 Helmut Bentroth gewählt.
Die Aktivitäten des Vereines blieben weiterhin sehr rege.
Besonders die Jugendarbeit war sehr erfolgreich. Hierbei leitete über viele Jahre Dagmar Ebeling hervorragende Arbeit. Besonderen Anklang fanden die durchgeführten Weihnachtsschießen. Einen Höhepunkt bildete die Teilnahme an einer Frankreichfahrt vom Samtgemeindejugendring im Jahre 1983.
Im Rahmen eines Dorfgemeinschaftsfestes wurde 1984 das 60 jährige Vereinsbestehen mit einem 3 tägigen Zeltfest würdig gefeiert.
Im Jahre 1987 wird in Messenkamp erstmalig ein Dorfgemeinschafts- und Erntefest gefeiert. Dieses stand unter Schirmherrschaft vom Bürgemeister und Initiator Gerd Lohmann. Es fand auf dem Hof von Manfred Meyer statt. Der Schützenverein beteiligte sich mit einen Stand hierbei.
Im Jahr 1989 fand das Fest auf Thomalla`s Hof und 1991 bei Heinrich Meyer in der Halle statt. Der Schützenverein war beide Male wieder mit einem Stand dabei vertreten.
Nach 15 Jahren gab 1992 Helmut Bentroth seinen Vereinsvorsitz ab. Als sein Nachfolger wurde Klaus Pollmann gewählt.
Nach längerer Pause fand 1996 wieder ein Erntefest in Messenkamp statt. Diesmal stellten Lohmann`s Ihren Hof zur Verfügung. Der Schützenverein beteiligte sich auch diesmal mit einem Stand an dem Fest.
Durch die Einnahmen aus den Erntefesten konnte der Ort Messenkamp ein nunmehr dreiteiliges Zelt anschaffen, welches seither schon bei vielen Veranstaltungen in Messenkamp genutzt wurde.
Großen Wert hat die Vereinsführung des Schützenvereins seit jeher auf die Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit gelegt. Viel Anklang finden die Himmelfahrtswanderungen, die seit 1958 regelmäßig durchgeführt werden. Die Wanderungen führten oftmals durch das schöne Walterbachstal. Aber auch Wanderungen zur Teufelsbrücke oder im Süntel wurden durchgeführt. Die Famlienwanderungen, welche im Herbst durchgeführt werden, erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit bei vielen Mitgliedern. Über viele Jahre führte der Verein auch Tagesfahrten mit dem Bus durch. Hierbei wurden interessante Ziele angesteuert, die immer einen geselligen Abschluß fanden.
In schießsportlicher Hinsicht hat unser kleiner Verein in der Vergangenheit beachtliche Preise erringen können.
Aber auch auf Vereinsebene wurde fleißig dem Schießsport mit guten Ergebnissen nachgegangen.
Seit 1925 wurde 66 mal der Schützenkönig ausgeschossen und proklamiert. Bisher gelang nur Heinrich Meyer die Verteidigung der Königswürde. Die Jugend schoß ab 1954 den Jungschützenkönig aus.
Die Damen unseres Vereines haben 1975 mit Gudrun Svoboda die erste Schützenkönigin ausgeschossen. Die Titel der Schützenkönigin und des Königs eines Jahres wurden bisher noch nie von einem Ehepaar errungen, obwohl dies schon vielfach versucht worden ist.
Die Vereinsmeister werden ebenfalls regelmäßig ausgeschossen.
Um den Schießsport im Verein zu fördern und die Schützen zu guten Leistungen anzuspornen, wurden immer wieder wertvolle Wanderpokale gestiftet, die jährlich ausgeschossen werden, und zwar zu Bedingungen, die in den Protokollbüchern festgesetzt sind.
Zur Zeit werden von folgenden Mitgliedern gestiftete Pokale ausgeschossen:


Schützen:
Dachdecker Pokal (KK)
Wilhelm Riebe Pokal (LG)
Helmut Bentroth Pokal (KK)
Wüstenfeld Pokal (LG über 40 Jahre)

Die Damen schießen nachstehende Pokale aus:
Frank Kurkowski Pokal (LG)
Heinrich Meyer Pokal (KK)



Dem Nachwuchs des Vereins wurden folgende Pokale zum Ausschießen zur Verfügung gestellt.

Junioren: Erich Thomalla Pokal (Keiler)

Jugend: Friedel Pollmann Pokal (Ricke)

Schüler: Schüler Pokal (Adler)



Der Höhepunkt einen jeden Jahres das Königsschießen. Dieses findet wird seit mehreren Jahren am ersten Juniwochenende statt. Die Mitglieder schießen in Schützenuniform am Samstag die Könige mit drei Schuß und 2 Stechschüssen aus. Probeschüsse sind hierbei nicht zugelassen. Am Sonntag erfolgt dann morgens zunächst das Abholen der Majestäten vom Vorjahr. Die Proklamation der neuen Könige wird unter teilweise großen Interesse des ganzen Ortes vorm Schützenhaus durchgeführt.
Anschließend werden die frisch gekürten Könige nach Haus gebracht und die Königsscheiben werden an der Hauswand aufgehängt. Die Musikalische Umrahmung der Ausmärsche erfolgt seit über 20 Jahren durch den Fanfahrenzug Antendorf. Das Königsschießen findet mit einem gemeinsamen Mittagessen im Vereinslokal einen würdigen Abschluß.


Unsere Aufgabe ist es, den Schützenverein auch in Zukunft zu erhalten, zu fördern und die nunmehr 75 Jahre alte Schützenkameradschaft weiterhin zu pflegen.
Alle Mitglieder sowie die Freunde unseres Vereins mögen dazu beitragen, daß uns hierbei stets Erfolg beschieden ist.
In der heutigen Zeit ist der Erhalt einer Vereinsgemeinschaft eine große Herausforderung. Die Mobilisierung der Mitglieder wird aufgrund weitreichender anderer Angebote und der großen Mobilität der Bevölkerung immer schwieriger. Der Schützenverein erfreut sich bei seinen Mitgliedern auch heute noch großer Beliebtheit. Die rege Teilnahme an den jährlichen Generalversammlungen, Himmelfahrtswanderungen und vor allem am Königsschießen beweisen dies eindrucksvoll.
Um die Förderung des Vereins haben sich besonders bemüht die Vorsitzenden des Vereines. Dem Verein standen vor:

1924 - 1929 Wilhelm Riebe
1929 Friedrich Meyer Nr. 16
1930 - 1932 Karl Klaus Bing
1932 August Wehrhahn
1933 - 1944 Albert Stieghahn
1953 - 1976 Gerhard Lohmann
1977 - 1992 Helmut Bentroth
1992-2008 Klaus Pollmann
seit 2008 Angela Zedler


Der Schützenverein versteht sich als Teil der Gemeinschaft unseres Ortes und bringt sich immer wieder bei Veranstaltungen ein. Der gemeinsam mit der Feuerwehr ausgerichtete Frühschoppen am 1. Mai ist hier genauso zu nennen wie die Beteiligung beim Ernte- und Dorfgemeinschaftsfesten. Das Ausrichten des Bürgerkönigsschießens bei besonderen Anlässen in der Gemeinde gehört ebenfalls zu selbstverständlichen Aufgaben des Schützenvereines.



Messenkamp, im September 1999


Udo Meyer


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Aktualisiert am 18 Dez 2011 | Webmaster@sv-messenkamp.de

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